60. Vereinsjubiläum 2017

Das diesjährige Vereinstreffen des RdT e. V. stand unter dem Zeichen des 60. Geburtstages unseres Vereins. Die Tonbandfreunde Bayern hatten hierzu vom 21. - 23. Juli 2017 ins nie­derbayerische Binabiburg eingeladen. Dort waren wir im „Gasthaus zur Bina“ gut aufgehoben und bestens verpflegt.

Die Organisation vor Ort lag in den Händen von Willibald Kappl und vor allem von Bruno Hauser und seiner charmanten Gattin Waltraud. Da Bruno auch das Amt des Wettbewerbsbe­auftragten innehat, hatte er zusätzlich für den NWT jede Menge Vorarbeiten zu leisten.

Im Laufe des Freitag Nachmittags trafen alle der rund 20 Teilnehmer wohlbehalten ein; die Zugfahrer wurden von Bruno und Waltraud in Vilsbiburg am Bahnhof abgeholt, die Autofah­rer ließen sich von ihrem Navi zur Tagungsstätte lotsen.

 

 vor dem Festabend

das Gartenhauserl

Als kleine Stärkung für die Anreisenden erwarteten uns einige köstliche Leckereien, die Wal­traud selbst gebacken hatte: Erdbeerkuchen, Nussecken und „Ausgezogene“, ein in Fett aus­gebackenes Schmalzgebäck.

Die nun folgende Geburtstagsfeier zum 60. Vereinsjubiläum fand in dem heimelig eingerich­teten „Gartenhauserl“ im Hof des Gasthauses statt. Es erwartete uns ein reichhaltiges Büffetit kalten und warmen Spezialitäten aus der bayerischen Küche. Für jeden Teilnehmer gab es auch ein schönes Begrüßungsgeschenk des LV Bayern.

Auch musikalisch wurden wir mit bayerischer Tradition vertraut gemacht. Das Duo Bianca und Magdalena unterhielt uns mit ihren Steyrischen Handharmonikas, dazu bei etlichen Lie­dern mit kräftiger Stimme, wenn auch die meisten Anwesenden dem niederbayerischen Dia­lekt in den Texten nicht immer folgen konnten. Die über den Abend verteilten Ansprachen waren dagegen für alle verständlich dargeboten, wie es sich für einen Festakt schließlich ge­hört.

 

Magdalena und Bianca

Stubenmusi

Als Erster begrüßte Willibald Kappl als Vorstand der Tonbandfreunde Bayern die Gäste in kurzen, humorvollen Worten und gab einen Überblick über den geplanten Ablauf der drei Tage.

Danach war Klaus Ramm als Bundesvorsitzender des RdT e. V. an der Reihe; er blickte zu­nächst auf die Anfänge des Vereines zurück, auf Zeiten mit mehreren Tausend Mitgliedern und auch viele internationale Kontakte, die durch Tonbandbriefe lange Zeit noch gepflegt wurden. Die Brücke von Mensch zu Mensch war damals – aber auch noch heute – das über allem stehende Motto.

Es wurden bei den meisten von uns Erinnerungen wach an die ersten eigenen Tonbandgeräte samt Mikrofon und Kopfhörer, was auch in den persönlichen Gesprächen im Verlaufe des Abends immer wieder zu hören war.

Eine besondere Freude war es Klaus, zwei Freunde in der Runde begrüßen zu dürfen, die fast von Anfang an dem Verein angehören: Hans Hoffritz und Hannes Niphut; beide wurden unter großem Beifall mit einer Urkunde für ihre fast 59jährige Vereinstreue geehrt.

 

rechts die geehrten Senioren Hannes und Hans

rechts die geehrten Senioren Hannes und Hans

Hannes erfreute die gesellige Runde durch einen persönlichen Bericht über seine Erlebnisse im Verein und mit den technischen Veränderungen über die lange Zeit, dargeboten in launi­gen, aber auch besinnlichen Worten. Dafür galt ihm der besondere Dank der Anwesenden, auch unter dem Aspekt seiner langen Anreise aus dem hohen Norden in seinem hohen Alter und den mit der Bahn erlebten Widrigkeiten.

In den immer mal wieder eingelegten kurzen Pausen wurde auch reichlich Gebrauch gemacht von einem kleinen Flohmarkt mit allerhand technischen Geräten, die Hannes Waldmann mit­gebracht hatte.

Gegen 23 Uhr waren dann alle Teilnehmer reif fürs Bett und der schöne Abend klang ruhig aus.

Der nächste Morgen stand im Zeichen des diesjährigen NWT. Es waren für den Bereich Au­dio nur 10, bei Video/Multimedia sogar nur 5 Einsendungen eingegangen. Insofern war vor­herzusehen, dass am Vormittag der ganze Wettbewerb abzuwickeln sein müsste.

 

 Die jury beim NWTDank an die Jury

die Jury bei der Arbeit                                                                                                                    Dank an die Jury

Das gemeinsame Mittagessen konnten wir im Freien auf der Terrasse einnehmen. Anschlie­ßend war ein Ausflug zum Chiemsee angeboten; da die Fahrt dorthin mit ca. 90 Minuten Dauer für einige zu beschwerlich gewesen wäre, teilte sich das Besucherfeld in zwei Grup­pen: Ein Teil blieb vor Ort zu einem gemütlichen Nachmittag in Binabiburg, der andere machte sich mit 3 Autos auf den Weg nach Prien. Auf Grund der Verkehrslage kam es zu Verzögerungen bei der Anfahrt, sodass das vorgesehene Passagierschiff für die Fahrt auf die Fraueninsel nicht mehr erreicht werden konnte und wir rund 40 Minuten auf das nächste warten mussten.

auf dem Chiemsee

auf dem Chiemsee

Dadurch verschob sich der ganze Zeitplan deutlich nach hinten, sodass wir erst um 21 Uhr wieder zurück in Binabiburg waren. Da aber das Gasthaus an diesem Abend schon um 20 Uhr Feierabend gebot, mussten wir ein anderes Restaurant aufsuchen, um unser Abendessen ein­zunehmen. Dadurch konnten wir aber wiederum mit den restlichen Freunden den Tag nicht wie vorgesehen gemeinsam beschließen. So konnten wir auch nichts von unseren schönen Erlebnissen und Eindrücken vom Chiemsee an die „Zurückgebliebenen“ weitergeben.

 Abendstimmung

Abendstimmung

Am Sonntagmorgen hieß es dann für viele nach dem Frühstück schon bereits wieder Koffer packen und nach dem Mittagessen die Heimreise antreten. Zuvor aber war noch die Bekannt­gabe der Ergebnisse des NWT 2017 zu erledigen. Bei der Bewertung der Audiobeiträge er­reichte James Schäfer mit einer auf der Orgel selbst gespielten Toccata den ersten Platz, ge­folgt von Florian König mit der elektronischen Klangkomposition „Yankze“. Bei Video/MM war der Erstplatzierte Uli Behrend mit einer beeindruckenden Bilderschau über exotische Tiere, Zweiter wurde Theo Griesbaum mit der Schau „Requiem für einen Baum“.

Nach der Verkündigung der Ergebnisse des NWT beschloss Klaus Ramm das Treffen mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren Bruno, Waltraud und Willibald für die Gast­freundschaft und drei schöne Tage unter Freunden in Niederbayern.

Kurz vor der Mittagszeit hieß es Abschied nehmen, zumindest für diejenigen, welche noch bis zum Montag bleiben wollten: Mit Ihnen machten Waltraud und Bruno einen Extra-Ausflug nach Landshut zum Festzug der an diesem Sonntag stattfindenden historischen „Landshuter Hochzeit von 1475“. Damals heiratete der Sohn Georg des örtlichen Herzogs die polnische Königstochter Hedwig. Diese kam mit großem Gefolge dann nach einer zweimonatigen Reise in Landshut an, wo in der mächtigen Pfarrkirche St. Martin die Hochzeit stattfand.

Der Traditionsverein „Die Förderer“ erinnert alle vier Jahre mit einer Reihe von Veranstal­tungen an dieses Ereignis, welches 1475 unter dem Gesichtspunkt „Nur eine reiche Heirat kann uns retten“ stattfand. Den Abschluss der Festwochen stellt der Hochzeitszug durch die prachtvolle Innenstadt dar, bei dem über 2000 Mitwirkende in historischen Kostümen in vie­len Gruppierungen sich beteiligen: Kaiser, Fürsten, Hohe Geistlichkeit, Bürger aller Schichten hin bis zum Bettelvolk begleiten die einziehende Braut. Edle Pferde, Kutschen, Sänften, Kar­ren transportieren ihre wertvollen Lasten, Musikanten und Gaukler führen ihre Künste dem dicht an dicht stehendes Publikum vor. Die großartige Stimmung wird durch die „Hallo“-Rufe weiter angefeuert, im Zug mitlaufenden Kindern werfen die Leute Geldmünzen zu, welche diese dann fleißig aufsammeln.

Wir waren zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung auf unseren heiß begehrten Stehplät­zen angekommen, ansonsten hätte es keine Chance auf eine gute Sicht gegeben. Das Wetter war optimal für die Menschenmassen: Bedeckter Himmel mit gelegentlichen Sonnenstrahlen, angenehme Temperaturen; wir waren restlos begeistert von diesem überwältigenden Spekta­kel.

 

Anschließend führten uns Waltraud und Bruno noch durch die Alt- und Neustadt von Lands­hut. Das historische Rathaus ist bekannt aus der Fernsehserie „Um Himmels Willen“, gigan­tisch anmutend der Backsteinturm nahegelegenen der St.-Martins-Kirche mit einer Höhe von 130 Metern. So konnte damals das gemeine Volk dem Herzog oben auf seiner Burg „auf den Teller schauen“. Zum Abschluss dieses Ausfluges konnten wir von einem Aussichtspunkt in der Nähe der Burg den Blick auf die Stadt Landshut genießen. Den Abend beschlossen wir im Kreise unserer Gastgeber bei einem vorzüglichen Abendessen in kleiner Runde.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück brachte Bruno Uwe und mich zum Zug in Vils­biburg, die Heimfahrt konnte beginnen. An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Danke­schön an Waltraud und Bruno für die tolle Betreuung, die viele Vorarbeit, die wunderbaren Nussecken, kurz für die schönen Tage in Binabiburg.

Werner Grabinger